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Buddy Müller – #folge8

#2017accordingtobuddy

Trends 2017? Alles irgendwie schon mal da gewesen. Also wenn man mal ehrlich ist. Buddy Müller sagt deswegen jetzt, wo die Reise 2017 wirklich hingeht.

Ich gebe gerne.

Eine kleine Spende an die Caritas. Fünf Euro zur Rettung in Seenot geratener Regenbogenforellen. Oder auch meine E-Mail-Adresse für „Das ultimative Trendbook zu Content Marketing 2017“. Oder für „55 Trends in 2017, die Content Marketing verändern werden“. Oder für „2017 – wie Content Marketing die Welt verändert“.

„E-Mail for nothing“, pflegt Brad MacCloud vom Clan der MacClouds dann zu sagen. Wie immer hat mein sprechendes Macbook Air recht. Diskussionen sind überflüssig.

Da ist es doch besser, ich schreibe auf, was Sie in 2017 wirklich wissen müssen, um im Content Marketing zu überleben. Wirklich.

1. Die Content-Dichte steigt

Am 31. Mai 2017 wird der Europäische Gerichtshof zugunsten einer Eingabe des Verbands für bessere Nutzung von Weißraum e. V. entscheiden. Damit ist das jahrelange Bemühen dieser führenden Organisation im Raum DACH von Erfolg gekrönt. Endlich ist der Weg frei, Weißraum wieder vernünftig zu nutzen, das unsinnige Einfordern desselbigen, in der Regel von Art Direktoren und Editorial Designern, hat endlich ein Ende.

Der Gerichtsbeschluss wird wissenschaftlichen Ergebnissen Rechnung tragen, dass rund 94,5% aller Print- und rund 92% aller digitalen Medien Weißraum sind und derzeit für die Informationsübermittlung brachliegen. Verlage und Agenturen werden ihre Chance zu nutzen wissen: Sogenannte “Micro-Anzeigen” und “Nano-Inhalte” werden ab Mitte 2017 das Medienkonsumverhalten revolutionieren. Rezipienten bekommen nun noch mehr Content pro Flächeneinheit angeboten und können diesen bewusst und unbewusst konsumieren.

2. Content Experience ersetzt Content Marketing

Nicht nur Content Marketing wirbelt Kommunikation und Marketing durcheinander. Content Marketing steht selbst vor einem tiefgreifenden Umbruch. Auslöser sind zwei Effekte – zum einen der unaufhaltsame Siegeszug von Virtual Reality, zum anderen das zunehmende Bestreben der Generationen Y und Z nach mehr Work-Life-Balance. Die jungen Kollegen zieht es zunehmend ins Home Office – und sind damit einer unterschätzten Gefahr ausgesetzt.

Wie das Institute for Parapsychological Studies, Berkeley, Kalifornien, prognostiziert, leiden 2017 bis zu 53% aller Home-Office-Worker unter Entzugserscheinungen. Ihnen fehle, so die Forscher, das morgendliche Gedränge in der Bahn, die stickige Büroluft, das Lärmen der Kaffeemaschine und der permanente Flurfunk. Das IPS hat eine Lösung parat: Ein VR-Suit, bestehend aus Helm, Brille, Mikrofon, In-Ear-Soundsystem und Echtgefühlsanzug simuliert dem Träger, dass er sich in der von ihm so vermissten Umgebung befindet.

Für Content-Strategen eröffnet sich damit endlich die Welt der Content Experience – Inhalte können unmittelbar erlebt und gefühlt werden. Auch Editorial Shopping steht damit vor neuen Dimensionen. Gut unterrichteten Kreisen zufolge laufen bereits erste Versuche bei Streamingdiensten und Erotikversendern.

3. Wir werden weniger und doch mehr

Schade, dass man Fusion nicht mit „c“ schreibt. Das nächstnähere Wort mit „c“ wäre „confusion“. Doch gerade das will eine Fusion ja verhindern. Wie auch immer – das Jahr 2017 wird das Jahr der Agenturzusammenschlüsse. Großverlagsagenturen werden ihr Territorium erweitern; Netzwerkagenturen werden noch mehr in internationalen Gewässern fischen. Das Londoner European Economic Institute (Umbenennung im kommenden Jahr in Economic Institute for Great Britain and the Rest) sagt für 2017 eine Zustimmung auf breiter Front voraus. Die Kunden begrüßen die Entwicklung ebenso wie kleine und mittelständische Agenturen. Denn, so der Studienleiter Prof. Dr. Horatio Higgins, Fusionen eröffnen keine Nischen, sondern ganze Räume. In diesen Räumen können sich kleinere Player festsetzen und gute Geschäfte machen – bis sie selbst richtig groß sind. Oder von den Großen übernommen werden. Higgins orakelt, dass spätestens in fünf Jahren zwei oder drei große Content-Marketing-Agenturen nahezu alle anderen Agenturen übernommen und assimiliert haben. Nur wenige Exoten, meist Technikspezialisten werden sich dem Sog entzogen haben. Sie werden weiterhin behaupten, Content Marketing erfunden zu haben.

4. Der letzte seiner Art verschwindet

Im kommenden Jahr wird wieder eine Art aussterben.

Der letzte auf dem Personalmarkt frei verfügbare Projektmanager wird einen Arbeitsvertrag für eine Festanstellung unterschrieben haben. „Wir haben in den vergangenen Jahren immer wieder daraufhin gewiesen“, sagt Dr. Waltraud Himmelskron, Vorsitzende des Bundesverbands der Freien Projektmanager, „dass unsere Spezies mit alarmierender Geschwindigkeit abnimmt.“ Doch Arbeitgeber hätten ebenso wie die Politik versagt, rechtzeitig für die Aus- und Weiterbildung zu sorgen von international studierten, mehrsprachigen 25-Jährigen mit mindestens fünfjähriger Berufserfahrung in crossmedialen und/oder betriebswirtschaftlich-organisatorischen Projekten.

2017 ist es endgültig vorbei: Der letzte PM ist in Lohn und Brot; der Bundesverband löst sich auf.

5. Lesezeit wird knapper

Zeit ist der neue Luxus. Fünf ist die neue Sieben. Wissenschaftliche Studien belegen, dass der Mensch sich keine sieben Punkte in Listen hintereinander merken kann.

Eigentlich sogar nur drei.

„Für alles, was darüber hinausgeht“, pflegt Brad MacCloud zu mir zu sagen, „hast Du ja mich. Für alles, was Dir zu hoch ist.“

Deswegen höre ich jetzt hier auf.

Nur eins noch. Lesen, das bleibt auch in 2017 wichtig. Wirklich.

Buddy Müller, der EmmDee, Dr. No und Lila Stiefelchen wünschen ihren treuen Lesern ein gesundes und erfolgreiches Neues Jahr …
„Ich natürlich auch.“ – Qwertz, Kreativ-Kopf.
„Schnauze, Qwertz.“ – Buddy Müller, Senior Project Supervisor.


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Buddy Müller.
Der toughe Senior Project Supervisor überlebt seit Jahren in der Content-Marketing-Branche. Er hat eine eigene Sicht auf Kunden und Kollegen entwickelt.

Kontakt per Mail an buddy.mueller@profilwerkstatt.de

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Alle bisherigen Folgen von Buddy Müller finden Sie auf www.profilwerkstatt.de.

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